Laicirion (Inseln der Sterne)

Einwohnerzahl:
Auf den fünf Gauklerinseln leben etwa 50.000 Personen, davon sind gut 30.000 beim Magistrat registrierte Bürger. Da es seit 300 Jahren keinen Zensus mehr gab, läßt sich die genaue Anzahl der Einwohner derzeit nur schätzen.

Die Hauptstadt des Archipels ist "Mîthtrânkôi". Sie befindet sich am südlichsten Ende der größten Insel, die "Gaya-Lâth" genannt wird. Beide Namen gehen auf die alte Sprache des Clanes der Sternentänzer zurück, von denen die Inseln zuerst besiedelt wurden. Die Stadt wird in der heute gebräuchlichen Umgangssprache mittlerweilen "Sirith-Ethir" genannt.

Auf Abudah, der sechsten und obersten der drei kleinen Inseln des Archipels, haben seit dem 7752 Umlauf der Gestirne (2012) die Priesterinnen und Gläubigen der Göttin SaBa ihre neue Heimat gefunden. Auf der Insel der Göttin gilt allerdings - im Gegensatz zu den anderen Inseln - das Recht des Ordens, die Gerichtsbarkeit wird durch die Hohepriesterin und den Schwesternrat ausgeübt und durch die Ordenswachen vollzogen. Es ist ratsam, daß sich jeder Besucher unmittelbar nach seiner Ankunft über die Gesetze des Ordens informiert.

Staatsform:
Strikt neutral, die Bürger Laicirions halten sich seit jeher aus allen Auseinandersetzungen, Raufhändeln und Kriegen der Festland-Bewohner und anderer Inseln heraus. Die Gaukler wollen andere unterhalten, ihren Besuchern einen angenehmen Aufenthalt ermöglichen und freundlich miteinander umgehen…

Am ehesten läßt sich ihre Gesellschaftsform als eine in Clans unterteilte „Großfamilie“ beschreiben, in die jeder aufgenommen werden kann, der bereit ist, die interne Hierarchie und die Gesetze anzuerkennen. Die Gruppen werden wie Theater- oder Zirkusbetriebe von Prinzipalen / Direktoren und Bühnenmeistern / Inspizienten geführt, die über Mehrheitsbeschluß aus den eigenen Reihen gewählt werden.

Die oberste Instanz der einzelnen Clans ist der „Rat der Dreizehn“, er ist am ehesten mit einem „Ältestenrat“ vergleichbar. Von seinen Mitgliedern wird Recht in Angelegenheiten gesprochen, die sich innerhalb der Clans nicht mehr regeln lassen. Auch Entscheidungen, die die Inseln selbst oder die Außenpolitik mit anderen Völkern angehen, werden vom Rat selbst entschieden.

Hauptexportgüter:
Show & Entertainment jeder Art, für jeden Anlaß und Geldbeutel Luxusartikel (Musikinstrumente, Gewandung, Schmuck, Glasarbeiten, Kunstgegenstände, Waffen, edle Weine, Liköre und andere Genußmittel, exotische Tiere – lebend oder verarbeitet) Innenarchitektur (Ausbau, Einrichtung, Möblierung und Gestaltung von Räumlichkeiten jeder Art)
Zirkus- und Tavernenzelte, luxuriöse Reisewagen und Sänften (auch zur Miete, auf Wunsch mit kompletter Einrichtung und Personal)

Hauptimportgüter:
Edle Hölzer, Stoffe, Leder, Edelmetalle und –steine zur Weiterverarbeitung

Landesbeschreibung:

Die Heimat der Gaukler existiert schon länger, als es überhaupt schriftliche Aufzeichnungen darüber gibt. Vor mehr als 10.000 Jahren siedelte sich die Gauklertruppe „Sternentanz“ auf den Inseln im Süden des Kontinentes an, die sie als Geschenk von einem Herrscherhaus einer längst vergangenen Hochkultur des vorgelagerten Festlands erhalten hatten. Heute befindet sich das Ciryonische Reich an dieser Stelle, mit allen Landesregenten werden freundschaftliche Beziehungen gepflegt.

Das immer warme, fast schon tropische Klima der Inseln war der ideale Ort, um dort ein dauerhaftes zentrales Winterquartier einzurichten. Da es auch mehr als genug Platz für andere gab, luden die „Sternentänzer“ alle Kollegen des fahrenden Volkes, die sie auf ihren Reisen trafen, ein; sie zu besuchen.

Im Laufe der Zeit blieben viele, die im Lauf ihres Lebens des Reisens müde geworden waren und siedelten sich auf den Inseln an. Schnell entstanden größere und kleinere Städte, in denen neben Thermen, heilerischen Einrichtungen, Tavernen, Gasthäusern und Küchenbetrieben auch hochqualifizierte Werkstätten zu finden sind, wo alles angefertigt wird, was Gaukler und Liebhaber luxuriöser Dinge benötigen oder sich wünschen.

An der Academya Circensis, (auch „Panem et Circensis“ genannt) kann seit über 2000 Jahren in den drei Fachbereichen jeder Gaukler kostenfrei studieren oder seine Künste weiterbilden:
In der „Schola Actor“ werden Schauspiel, Tanz, Gesang, Akrobatik etc. unterrichtet; in der „Schola Scaena“ stehen Bühnenbild, –technik und –gestaltung auf dem Lehrplan (denn jeder Schauspieler / Musiker ist nur so gut, wie die Mannschaft, die hinter den Kulissen arbeitet).
Und an der „Schola Sanitas“ wird alles gelehrt, was mit Prävention und Versorgung von Bühnen- und anderen Unfällen sowie Erkrankungen aller Art zu tun hat - egal ob natürlichen oder magischen Ursprungs.
Alle Lehrgänge werden traditionell mit Prüfungen abgeschlossen.
Besonders begehrt sind derzeit Plätze in den Spezialkursen für Tempeltänzer, Kurtisanen und anderen Liebesdienstleistern, die von den Priesterinnen der Göttin SaBa über das Kulturaustauschprogramm angeboten werden.

Seit der "Rat der Dreizehn" vor etwa 250 Jahren einen Teil der Inseln für Besucher, die nicht den Familienclans angehören, zugänglich gemacht hat und entsprechende Erholungszentren für Besucher eingerichtet wurden, stehen Werkstätten und Academya auf Gaya-Lâth gegen Entrichtung von angemessenem Lehr- bzw. Schulgeld jedem zur Ausbildung offen – vom Gildenrat und dem Dekanat der Academya werden aber jährlich nach Antrag und Prüfung von Bewerbern eine Reihe von Stipendien für weniger begüterte, aber begabte Personen gleich welcher Herkunft, Rasse oder Stand vergeben.

Auf Laicirion herrscht Religionsfreiheit, jeder hat das Recht, für einen moderaten Betrag zeitweise einen "neutraler Schrein" für seine Götterdienste anzumieten. Es gibt auf den Inseln weder stehendes Heer noch bewaffnete Streitkräfte, weil dies den friedlichen und gewaltfreien Prinzipien der Gaukler widerspricht. Für die „innere Sicherheit“ sorgen gut ausgebildete Stadtwachen (von den Einheimischen auch „Orkizei“ genannt, obwohl auch Menschen und andere Wesen ihr angehören). Sie sind dem Magistrat und der Hafenmeisterei unterstellt und sorgen für die Einhaltung der Landesgesetze, beenden Tavernenschlägereien und gewährleisten bei Großveranstaltungen die Sicherheit der Besucher.

Doch wer denkt, die Bewohner von Laicirion wären „leichte Beute“, täuscht sich... denn die Inseln werden seit jeher auf ganz besondere Weise vor gewalttätigen oder unerwünschten Eindringlingen geschützt...